Hormonfreie Verhütung

Nach mehr als 50 Jahren, in denen Schwangerschaften mit der Antibabypille unterbunden wurden, setzt sich immer stärker der Wunsch nach einer hormonfreien Verhütung durch.

Gesundheitsbewusste Frauen bevorzugen natürliche, hormonfreie Verhütungsmethoden, die nicht den Natur gegebenen Zyklus unterdrücken. Nicht zuletzt angesichts der nachgewiesenen erhöhten Gefahr einer Thrombose, einem Blutgerinnsel, das die Blutgefäße verstopfen kann, suchen immer mehr Frauen nach hormonfreien Verhütungsmethoden. Gegenwärtig verhüten mehr als die Hälfte aller Frauen und Mädchen mit der Antibabypille, die Zahl jedoch geht zurück. Häufig bleibt der Wunsch nach einem Wechsel wegen mangelnder Informationen über mögliche Alternativen unerfüllt. Gegenwärtig hält die Unsicherheit bezüglich der hormonfreie Verhütung Frauen und Mädchen von einem Wechsel ab. Aber zu Unrecht!

 

Hormone verhüten leider nicht nur Schwangerschaften

Hormonfreie Verhütung PilleMillionen Frauen haben sich daran gewöhnt, jeden Tag die Antibabypille zu schlucken und das über viele Jahre hinweg. Viele von ihnen sind sich der Nebenwirkungen nicht bewusst. Sie werden kaum durch die pharmazeutischen Firmen und leider zu wenig von den behandelten Gynäkologen über ein erhöhtes Thromboserisiko unterrichtet. Inzwischen mussten sich auch in Deutschland Pharma-Unternehmen vor Gericht für die unzureichende Aufklärung verantworten. Viele Wirkungen können sich erst sehr spät zeigen, andere beeinträchtigen bereits rasch das Wohlbefinden, ohne dass sie direkt mit der Einnahme der Pille in Zusammenhang gebracht werden. Die Gewichtszunahme und Wassereinlagerungen werden häufig ebenso unterschätzt wie eine vermehrte sexuelle Unlust, plötzlich auftretende Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen und andere auftretende Probleme. 

Leider wird die natürliche und nebenwirkungsarme hormonfreie Verhütung weitaus weniger stark beworben und noch zu selten von den Frauenärzten empfohlen.

 

>> Zum Online-Video-Kurs "Hormonfei und Sicher Verhüten"!! <<

 

Sicherheit in der Schwangerschaftsverhütung

Neben der unerwünschten Nebenwirkungen und der Handhabung spielt die Sicherheit in der hormonfreien Verhütung eine entscheidende Rolle bei der Wahl der geeigneten Methoden zur Verhütung.

Um dies objektiv für die verschiedenen Verhütungsmittel beurteilen zu können, wurde als Maß für die Sicherheit und der Zuverlässigkeit der sogenannte Pearl Index eingeführt. Der Name leitet sich von dem des amerikanischen Biologen Raymond Pearl ab. Diese Größe entspricht dem Anteil der Frauen, bei denen trotz Anwendung der betreffenden Verhütungsmethode innerhalb eines Jahres eine Schwangerschaft festgestellt wurde. Der Wert bezieht sich auf 100 sexuell aktive Frauen. Ein Pearl Index von 2 gibt beispielsweise an, dass von 100 Frauen, die eine bestimmte hormonfreie Verhütungsmethode verwenden, 2 schwanger werden. Ein niedriger Pearl Index bedeutet, wenige Frauen wurden schwanger. Je niedriger der Wert, desto sicherer die Methode. Eingeschränkt wird die Aussagekraft, insbesondere bei neuen Methoden, durch die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs und die Menge aus der die untersuchte Gruppe gebildet wurde. Bei über lange Zeiträume eingesetzten Methoden, werden die ermittelten Werte für den Pearl Index aussagekräftiger.

Während viele Jahre die Antibabypille als die sicherste Art Verhütung galt, brauchen inzwischen auch hormonfreie Verhütungsmethoden den Vergleich nicht zu scheuen.

 

Hormonfrei, aber welche Methode passt?

Die Fruchtbarkeit der Frau beginnt mit der ersten Regelblutung und dauert bis zur Menopause. Frauen können im Durchschnitt 35 Jahre lang schwanger werden. Kinderwunsch und Vermeidung unerwünschter Schwangerschaften sind wichtige Fragen in einer Partnerschaft. Die richtige Wahl bei der hormonfreien Verhütung sorgt für ein selbst bestimmtes Leben, ohne spürbare Einschränkungen in der Partnerschaft.

 

Welche Überlegungen spielen neben der Zuverlässigkeit und der Nebenwirkungen eine Rolle bei der Verhütung?

 

  • Natürlich sollte die hormonfreie Verhütungsart in das sexuelle Leben passen. Die Häufigkeit beeinflusst die Wahl dabei ebenso, wie die Spontaneität beim Sex.
  • Fühlen sich beide Partner gleichermaßen verantwortlich oder ist es der Wunsch der Frau, die Kontrolle zu haben?
  • Sollen Schwangerschaft und Schwangerschaftsabbruch vollkommen ausgeschlossen werden?
  • Welche Art der Handhabung ist einfacher oder angenehmer?
  • Scheiden Methoden aus, weil das Schamgefühl überwiegt?
  • Bestimmte Krankheiten oder Beschwerden (Entzündungen der Scheide oder Ausfluss), die sich durch bestimmte Verhütungsmittel verstärken, müssen berücksichtigt werden
  • Nicht zu unterschätzen ist die Beschaffung. Neben dem Preis können Schwierigkeiten bei der regelmäßigen Besorgung bestimmter hormonfreier Verhütungsmittel der Grund sein, sich für eine ausgewählte Methode zu entscheiden

Hormonfreie Verhütung: Was steckt dahinter?

Das Wirkprinzip unterscheidet sich bei den verschiedenen Verfahren. Diese zu kennen, ist wichtig, um deren Einfluss auf die Wirksamkeit oder mögliche Nebeneffekte einschätzen zu können.

Eine Kupferspirale enthält keine Hormone, agiert jedoch als Fremdkörper in der Gebärmutter, wo sie verhindert, dass sich die Eizelle einnistet. Die Kupferionen setzen zusätzlich die Beweglichkeit der Spermien herab, wodurch der verhütende Effekt vergrößert wird.

Ähnlich arbeitet die Kupferkette. Sie ist flexibler und passt sich deshalb besser an. Die abgegebene Kupfermenge ist geringer, weshalb sie besser vertragen wird. Spontane Charaktere, die schnell den Überblick verlieren und zu Vergesslichkeit neigen, können von der lang anhaltenden Wirkung profitieren. Sie sind sehr sicher bis zu 6 Monaten geschützt.

Bei als Barriere fungierenden Methoden werden die Hilfsmittel in die Scheide vor dem Geschlechtsakt geschoben und verhindern als Trennwand, dass Samen eindringen können. Diaphragma und Kondom gehören dazu. Auf das Diaphragma wird zusätzlich eine samenabtötende Salbe aufgetragen. Die Anwendung muss erlernt werden und wird in einigen Fällen als störend empfunden. Fehler im Einsatz sind nicht ausgeschlossen, so dass die Zuverlässigkeit nicht so hoch wie bei anderen hormonfreien Verhütungsmethoden ist.

Eine besonders natürliche Art der Empfängnisverhütung vereint drei Methoden zur Bestimmung der fruchtbaren Tage im Zyklus der Frau. Diese Form der natürlichen, hormonfreien Verhütung wird Natürliche Familienplanung (NFP) genannt und setzt die Kenntnis des natürlichen Zyklus und eine regelmäßige und genaue Beobachtung voraus. Vorteilhaft ist es, dass auf diese Weise eine Schwangerschaft verhindert, aber auch begünstigt werden kann. Die Sicherheit der Methode basiert auf der Wahrnehmung drei verschiedener Fruchtbarkeitsanzeichen:
des leichten Temperaturanstiegs, der veränderten Beschaffenheit des Zervix-Schleims (Zervix; Gebärmutterhals) und des Muttermundes. Diese als symptothermale Methode bezeichnete hormonfreie Verhütung gehört, richtig angewendet, zu den sichersten, wie zahlreiche wissenschaftliche Studien nachweisen konnten. Zu Unrecht wird sie bis heute im deutschsprachigen Raum wenig propagiert. Empfehlenswert ist es, sich über diese hormonfreie Verhütung bei ausgewiesenen Spezialisten beraten und einweisen zu lassen. Inzwischen erleichtern Zykluscomputer das Erfassen der Daten und deren Auswertung.

Hormonfreie Verhütung umfasst mehr Möglichkeiten als allgemein angenommen und muss keineswegs eine Einschränkung bezüglich der Sicherheit bedeuten:

 

>> Zum Online-Video-Kurs "Hormonfei und Sicher Verhüten"!! <<

 

 

Hormonfreie Verhütung Informationen
5 (100%) 5 Bewertung[en]