Diaphragma

Ein Diaphragma ist ein nicht hormonelles Verhütungsmittel, das auf dem Barriere-Prinzip beruht. Wird es korrekt eingesetzt und gleichzeitig ein Spermien abtötendes Mittel verwendet, lässt sich eine sichere Verhütung ohne Hormone erzielen. Informationen zur Funktion, den Vor- und Nachteilen helfen, die Anwendung zu erleichtern und sicher zu machen.

 

Die Gebärmutter gut behütet

Das Diaphragma gehört zu den als Pessar (lateinisch: pessarium für Gebärmutterzapfen) bezeichneten Verhütungsmitteln, die als mechanische Varianten in die Vagina (Scheide), direkt vor den Muttermund, eingelegt werden. Das Material ist heute überwiegend Silikon. Das Diaphragma besteht aus einem flexiblen Drahtring, über den eine Membran gespannt ist.

Es erinnert im Aussehen an einen Hut mit kleiner Krempe oder eine flachere Schale mit einem wulstigen Rand. Diese Alternative zur Pille verhindert, dass Spermien die Gebärmutter erreichen. Diaphragmen sind in verschiedenen Größen und Modellen erhältlich, damit eine hohe Passgenauigkeit erzielt werden kann. Der Durchmesser liegt zwischen sechs und acht Zentimetern.

Ist die Entscheidung für diese nicht hormonelle Art der Empfängnisverhütung gefallen, sollte dies mit einem Frauenarzt besprochen werden. Gemeinsam wird geklärt, ob es gesundheitliche Einwände oder anatomische Besonderheiten gibt. Frauen, die unter häufigen Blasenentzündungen oder einer Gebärmuttersenkung leiden, dürfen kein Diaphragma benutzen. Der Gynäkologe wird Empfehlungen geben, um Anwendungsfehler zu vermeiden und das Diaphragma anpassen. Er wird außerdem zu einer regelmäßigen Kontrolle raten, weil bei einer nicht passenden Größe die Sicherheit leidet.

Junge Frauen sollten in einem Abstand von sechs Monaten, später alle zwei Jahre die richtige Größe überprüfen lassen. Gewichtsveränderungen, die größer als drei Kilogramm betragen, wirken sich auf die Passgenauigkeit des Pessars aus. Nach der Geburt muss das Diaphragma ebenfalls neu angepasst werden.

 

Wie wird das Diaphragma angewendet?

Das Diaphragma sollte maximal ein bis zwei Stunden vor dem Geschlechtsverkehr angewendet werden. Mit der aufgetragenen, Samen abtötenden oder hemmenden Creme wird es in die Scheide eingeführt, wo es als Trennwand fungiert. Der Rand schmiegt sich in der Nähe des Schambeins an die vordere Scheidenwand. Es entstehen zwei Areale. Ein oberer Bereich, wo sich der Muttermund befindet und ein unterer, wo der Penis ohne direkten Kontakt zum Muttermund Platz hat.

Die Creme wird innen, am Muttermund bedeckenden Teil, einschließlich des inneren Rands, aufgetragen. Nach dem Einsetzen prüft die Frau mit den Fingern vorsichtig. Sitzt das Diaphragma richtig, kann der Muttermund durch das Silikon hindurch ertastet werden. Kommt es zu häufigerem Verkehr innerhalb von 24 Stunden muss eine zusätzliche Portion Creme mit Hilfe eines Einführstabes (Applikator), dann von außen, ergänzt werden.

 

Nach dem Geschlechtsverkehr:

Nach dem Geschlechtsverkehr darf das Diaphragma erst nach mindestens acht bis maximal 24 Stunden aus der Scheide entfernt werden, um sicher zu sein, dass keine aktiven Samenzellen mehr unterwegs sind. Bei einer Verweildauer von mehr als 24 Stunden wächst das Risiko einer Infektion. Nach der Benutzung wird das Diaphragma mit lauwarmem Wasser gut gesäubert, getrocknet und mit Kartoffel-oder Maisstärke eingerieben. Richtig gepflegt und im Dunkeln aufbewahrt, hält dieses hormonfreie Verhütungsmittel ein bis zwei, in einigen Fällen bis zu fünf Jahre. Vor dem Gebrauch wird es auf Risse und poröse Stellen untersucht. Die Kosten für ein neues Diaphragma müssen selbst getragen werden.

 

Für Frauen mit besonderem Körpergefühl

Selbstbestimmte Frauen, die Empfängnisverhütung ohne Hormone für das beste Verhütungsmittel halten und über ein besonderes Verhältnis zu ihrem Körper verfügen, werden sich schnell den Umgang mit dem Diaphragma aneignen und die Vorzüge genießen. Sie können mit dieser Alternative zur Pille kurzfristig verhüten, ohne längerfristig an Verhütung denken zu müssen. Das ist Frauen wichtig, die nur unregelmäßigen Geschlechtsverkehr haben. Frauen, die gesundheitliche Probleme mit der hormonellen Empfängnisverhütung haben, greifen zum Diaphragma. Damit wird weder in den Hormonhaushalt noch in den Zyklus der Frau eingegriffen.

 

Vorteile des Diaphragmas

Gesundheitliche Risiken und die Langzeitfolgen sind nicht nachweisbar. Frauen schätzen das Gefühl der Selbstwahrnehmung und die Möglichkeit, bei Bedarf, unverzüglich schwanger zu werden. Nicht zu vernachlässigen ist der Preisvorteil.

Berücksichtigen sollten interessierte Frauen, dass der Einsatz eines Diaphragmas bei bestimmten Besonderheiten ausgeschlossen ist. Dies muss der Frauenarzt feststellen. Die schärfsten Kritiker argumentieren mit einer ungenügenden Sicherheit in der Empfängnisverhütung. Das trifft zu, wenn die Anwendung nicht erprobt und deshalb nicht korrekt ist.

Mit einiger Übung fühlen sich die Frauen auch nicht mehr in ihrer Spontanität eingeschränkt. Chemische Mittel in den Cremes können vereinzelt zu örtlichen Reizungen führen. Bei der Verwendung von Gleitmitteln sollte auf die Inhaltsstoffe geachtet werden, da sie das Silikon des Diaphragmas angreifen könnten. Am besten ist es, fettfreien Mitteln den Vorzug zu geben.

Beim Nachkauf auf Reisen ist es empfehlenswert, auf das verwendete Material zu achten. Sollte das Diaphragma aus Latex sein, könnte dies Probleme bei Allergikern hervorrufen. In Deutschland werden sie aus Silikon hergestellt, das deutlich weniger allergen ist. Wichtig ist für alle Anwender, daran zu denken, dass ein Diaphragma nicht vor Geschlechtskrankheiten schützt.

 

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